Rede

Stufenlehramt voranbringen – Lehrkräfteausbildung endlich flexibel gestalten

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Sehr geehrte Damen und Herren,

man sieht an dieser Beschlussempfehlung ziemlich gut, was grüne Oppositionsarbeit bewirken kann. Erst war da unser Antrag zum Stufenlehramt. Dann kam die Anhörung. Dann die fachliche Debatte. Und jetzt liegt hier ein Beschlussvorschlag vor, der endlich Bewegung in die Lehrkräfteausbildung bringt. Das ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis davon, dass wir Grünen dieses Thema gesetzt und hartnäckig verfolgt haben.

Denn in der Anhörung zu unserem Antrag wurde sehr klar: Ein gemeinsames Studium für die weiterführenden Lehrämter ist machbar. Es ist sinnvoll. Und es passt viel besser zur Realität an unseren Schulen. Jetzt soll an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ein Modellversuch kommen, bei dem die Studierenden erst gemeinsam starten und sich später spezialisieren. Genau so ein Weg wurde dort als Möglichkeit beschrieben. Es gibt den Lehramtsstudierenden mehr Flexibilität. Es hilft gegen den Lehrkräftemangel an Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen. Genau deshalb stimmen wir dem zu.

Aber ich sage genauso klar: Das ist für uns nicht das Ende der Debatte, sondern der Anfang. Denn unser Grundsatz bleibt richtig: Lehrkräfte unterrichten Schüler*innen und keine Schulformen. Genau deshalb halten wir an unserer Forderung nach dem Stufenlehramt fest. Wir wollen ein gemeinsames Lehramt für die weiterführenden Schulen, weil das mehr Praxisnähe schafft, mehr Flexibilität ermöglicht und am Ende auch mehr Chancengerechtigkeit bringt.

Und ich will noch einen Punkt ergänzen: Inklusion. Wenn wir es mit gemeinsamer Bildung ernst meinen, dann muss das schon in der Lehrkräfteausbildung beginnen. Genau deshalb ist das Primarstufenlehramt so wichtig. Es eröffnet die Möglichkeit, dass Grundschullehramtsstudierende Sonderpädagogik als drittes Fach studieren können. Genau das brauchen wir an unseren Grundschulen.

Nur mit Grün kommt Sachsen-Anhalts Bildungspolitik endlich in Bewegung. Denn mehr Bildungsgerechtigkeit gibt es nur, wenn wir starre Strukturen aufbrechen, die viel zu viele Kinder und Jugendliche früh begrenzen. Schule muss sich an den Lebensrealitäten und Bedürfnissen der Schüler*innen orientieren. Genau dafür stehen wir.


Wir stimmen der Beschlussempfehlung zu.