Mehr Inklusion verringert die Zahl von Schulabgänger*innen ohne Abschluss

Klassenraum mit mehreren Kindern
<a href="https://unsplash.com/@taypaigey">Taylor Flowe</a> / Unsplash

Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert mehr Inklusion, damit mehr Schüler*innen einen Schulabschluss erlangen. „Wer die Struktur des Schulsystems in Sachsen-Anhalt kennt, dem überrascht die Schuljahresendstatistik 2021/2022 nicht. 4,9 Prozent der Schüler*innen werden hierzulange an Förderschulen unterrichtet, eine der höchsten Quoten deutschlandweit. Diese Schulform verlässt man in der Regel ohne einen Schulabschluss. Bildungsministerin Eva Feußner muss auf mehr Inklusion statt Exklusion von Schüler*innen mit Lernschwächen und Behinderungen setzen. Damit würde in der Konsequenz die Zahl der Schulabgänger*innen ohne Abschluss sinken“ sagt Susan Sziborra-Seidlitz, bildungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion.

Sziborra-Seidlitz weist auf die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hin, die am 01. Januar 2009 in Kraft getreten ist. „Diese gilt eigentlich auch hierzulande, aber Sachsen-Anhalt setzt die dort festgelegten Ziele und Maßnahmen nicht konsequent um. Denn dies würde bedeuten, dass Förderschulen in Sachsen-Anhalt schrittweise aufgelöst und die Förderangebote an allgemeinbildende Schulen verlagert werden. Das ist bisher nicht der Fall und muss dringend angegangen werden.“

„Der Lehrkräftemangel beeinflusst auch die Qualität und Quantität der Schulabschlüsse. Nie hatten Schüler*innen so wenig Unterricht wie momentan. Wir fordern die Landesregierungen und die Koalitionsfraktionen auf, endlich den Lehrkräftemangel an der Wurzel zu bekämpfen, statt nur die Symptome abmildern zu wollen. Vorschläge wie Unterricht durch Eltern, die Verkürzung der Unterrichtsstunden oder nur vier Schulpräsenztage in der Woche sind nicht zielführend. Wir haben in der Landtagssitzung im vergangenen Oktober konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels aufgeführt und setzen uns jetzt im Ausschuss dafür ein, dass diese auch umgesetzt werden“, so Sziborra-Seidlitz.