Sehr geehrte Damen und Herren,
Lassen Sie mich bitte zunächst mit einem ermutigenden Eindruck beginnen. Klinikschließungen wie wie in Havelberg und Genthin werden wir, wenn es nach dem politischen Willen der nächsten Landesregierung – egal wie sie aufgestellt sein wird – in Zukunft nicht mehr erleben. Zumindest nicht, wenn die Landesregierung hier mit zu reden und mit zu entscheiden hat. Denn alle relevanten Parteien sind sich in dem Punkt einig: Die aktuellen Krankenhausstandorte müssen als Orte der Gesundheitsversorgung erhalten bleiben. An diesen parteiübergreifenden Aussagen und Festlegungen in den Wahlprogrammen muss sich eine zukünftige Landesregierung messen lassen.
Unter welchem Namen, wie finanziert und mit welchem Träger die Versorgung an den Standorten erfolgt wird sich vom heutigen Angebot sicherlich teils unterscheiden, aber eine Krankenhausschließung wie in Genthin mit einem komplett Einstampfen der Versorgung bis hin zum Abriss des Gebäudes sollte es dann nicht mehr geben. Zumindest mit uns Grünen in der Regierung WIRD das auch nicht passieren.
Aber nun zur konkreten Situation in Genthin und Havelberg. Ja, das ist frustrierend. An beiden Orten gab es so viel Engagement, Debatten und Konzeptideen. Und das seit Anfang der 20er Jahre. Doch handfeste Ergebnisse lassen auf sich warten. Natürlich ist ein orthopädischer Sprechtag in der Woche in Havelberg, den die Salus dort mittlerweile auf den Weg gebracht hat, nicht nichts, aber wer mit einem Konzept für ein Integriertes Gesundheitszentrum Erwartungen schürt, enttäuscht dann doch sehr mit einem solchen Schmalspurangebot. Da kann ich Sie verehrter Kollege Gallert gut verstehen, dass sie das Thema dann heute nochmal ins Plenum heben.
Noch dünner in Genthin. Der Ausschuss Medizinische Versorgung der Stadt Genthin arbeitet. Das Land und die Beratungsfirma PD beraten. Mehr gibts bislang nicht.
Dabei ginge es anders! Worauf es ankäme wäre, Bedarfe konkret zu erfassen, die bestehende Versorgung zu evaluieren und Versorgungslücken zu schließen. Dazu braucht es eine mutige Vernetzung von Land und Kommune, ambulant und stationär, Notfallstrukturen und Versorgungsstrukturen. Und es braucht Kommunale Gesundheitskonferenzen als Orte der Bedarfsermittlung und Vermittlung und der gemeinsamen Gestaltung genau der Versorgung, die vor Ort gebraucht wird. Ich erinnere an die Grünen Antrag dazu. Auch mit solchen Verantwortungsgemeinschaften hätte man an beiden Orten nicht so lange quasi mit leeren Händen dagestanden.
Vielen Dank