Zur geplanten Absenkung der Vergütung für ambulante psychotherapeutische Leistungen erklärt Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt:
„Es ist völlig falsch, ausgerechnet jetzt an der psychotherapeutischen Versorgung zu sparen. Während der Bedarf an Hilfe immer weiter steigt, sollen Therapeutinnen und Therapeuten künftig weniger für ihre Arbeit bekommen. Das ist ein fatales Signal.“
Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat beschlossen, die Vergütung für psychotherapeutische Leistungen ab April um 4,5 Prozent zu senken. Gleichzeitig drohen sich bestehende Versorgungsengpässe weiter zu verschärfen, insbesondere im ländlichen Raum.
„Die Bundesregierung darf sich hinter der Selbstverwaltung nicht wegducken. Wenn Fehlentscheidungen die Versorgung gefährden, braucht es klare politische Signale und ein Gegensteuern aus Berlin“, so Sziborra-Seidlitz. „Gleichzeitig erwarte ich von Sozialministerin Grimm-Benne, dass sie sich in der Gesundheitsministerkonferenz und gegenüber dem Bund klar für eine Rücknahme dieser Kürzungen einsetzt. Sachsen-Anhalt braucht eine starke Stimme für die Versorgung im ländlichen Raum.“
Sziborra-Seidlitz weiter: „Gerade in Sachsen-Anhalt sehen wir schon heute, wie schwer es ist, Praxen im ländlichen Raum nachzubesetzen. Wer hier kürzt, verschärft die Lage weiter. Am Ende zahlen die Patientinnen und Patienten den Preis – mit noch längeren Wartezeiten und schlechterer Versorgung.“
Auch strukturelle Anpassungen können die Kürzungen nicht ausgleichen. Schon jetzt arbeiten viele Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wirtschaftlich am Limit, während die Nachfrage stetig steigt.
Abschließend fordert Sziborra-Seidlitz: „Psychische Gesundheit ist keine Randfrage. Wir brauchen eine bessere Finanzierung, mehr Therapieplätze und endlich eine Bedarfsplanung, die der Realität gerecht wird. Kürzungen sind genau der falsche Weg.“