Sachsen-Anhalt hat die bislang stärkste jemals gemessene Hitzewelle vorerst überstanden. Mehrere Tage mit Temperaturen von über 40 Grad haben Menschen, Natur und Infrastruktur an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Für Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin und Parteivorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt, ist klar: „Die vergangenen Tage haben gezeigt: Die Klimakrise ist längst in unserem Alltag angekommen. Sie macht unseren Alltag beschwerlich, verursacht Schäden an Infrastruktur und sorgt für Probleme in Krankenhäusern oder Kitas. Extreme Hitze ist kein Ausnahmeereignis mehr, sondern wird auch in Sachsen-Anhalt künftig häufiger auftreten. Der Schutz vor Klimafolgen ist deshalb kein Zukunftsthema, sondern eine der drängendsten politischen Aufgaben der Gegenwart. Jetzt ist die Zeit, die richtigen politischen Konsequenzen zu ziehen und endlich Klimaschutz und den Schutz vor Klimafolgen zur politischen Top-Priorität zu machen.”
Die Grünen verweisen darauf, dass Sachsen-Anhalt bereits heute zu den trockensten und wärmsten Regionen Deutschlands gehört. Die jüngste Hitzewelle führte zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen wie Erschöpfung, Schlafproblemen und verminderter Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig kam es zu Schäden an der A2, Waldbränden im Harz und bei Stendal sowie zu Absagen von Veranstaltungen. Mit dem fortschreitenden Klimawandel werden solche Extremereignisse häufiger und intensiver auftreten.
„Hitze ist auch eine soziale Frage. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen oder Beschäftigte, die im Freien arbeiten. Gleichzeitig leiden Menschen mit geringem Einkommen besonders unter der Hitze, weil sie häufiger in schlecht gedämmten Wohnungen und dicht bebauten Quartieren ohne ausreichend Grün leben. Hitzeschutz ist deshalb immer auch Gesundheitsschutz und soziale Gerechtigkeit.“
Der Maßnahmenplan der Grünen sieht unter anderem ein verbindliches Landesklimaschutzgesetz mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2035, die Forderung nach 5 Milliarden Euro Investitionen aus dem Sondervermögen des Bundes in hitzeresiliente Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, ein landesweites Entsiegelungs- und Begrünungsprogramm, den Schutz der Wasserressourcen sowie eine deutlich stärkere Unterstützung der Kommunen bei der Klimaanpassung vor.
„Wir müssen unsere Städte und Gemeinden jetzt so umbauen, dass sie auch bei extremer Hitze lebenswert bleiben. Jeder Baum, jede entsiegelte Fläche und jedes begrünte Dach senken die Temperaturen und schützen die Gesundheit der Menschen. Vorsorge ist dabei nicht nur wirksamer, sondern auch deutlich günstiger als die Schäden immer neuer Hitzewellen zu beseitigen.“
Hitze gilt inzwischen als das größte klimawandelbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts starben im Sommer 2025 rund 2.500 Menschen an den Folgen extremer Hitze, im Sommer 2018 waren es sogar rund 8.700. Studien zeigen, dass sich hitzebedingte Todesfälle um bis zu 40 Prozent reduzieren ließen, wenn rund 30 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen durch Bäume oder hohe Vegetation beschattet würden. Tatsächlich gingen nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe zwischen 2018 und 2025 jedoch mehr als 900.000 Stadt- und Straßenbäume in den untersuchten Kommunen verloren.
„Die Klimakrise wird nicht warten, bis wir besser vorbereitet sind. Deshalb müssen wir jetzt handeln – entschlossen, solidarisch und mit einer Politik, die Klima, Natur und die Gesundheit der Menschen gleichermaßen schützt. Das gibt es nur mit Grün.“