Sehr geehrte Damen und Herren,
wer die Selbstverwaltung im Gesundheitssystem und den Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigung gut heißt oder zumindest fachlich zur Kenntnis nimmt, der muss den vorliegenden Gesetzentwurf begrüßen.
Die Selbstvertretung der ambulanten Ärztinnen und Ärzte umfassend mit der Aufgabe der Administration des Landarzt- und Amtsarztgesetzes zu betrauen, erscheint schlüssig. Beratungen zur Praxisübernahme und Praxisgründung laufen schließlich auch über die KV. Kontakte mit der eigenen Ständevertretung haben angehende Medizinstudierende und Absolventen ohnehin bereits jetzt schon. Da braucht es nicht das Land als weiteren Akteur, um diese speziellen Studienplätze zu vergeben. Bei der Zahnarztquote haben wir das ja gleich so gemacht. Es ist sinnvoll, nun bei den Ärzt:innen nachzusteuern.
Denn auch wenn diese speziellen Studienplatzquoten nur ein kleines Rädchen zur Sicherung der Gesundheitsversorgung im Land sind, wir müssen ich dieses verlässlich schmieren und leichtgängig halten. Ich glaube, dazu kann dieses Gesetz beitragen.
Aber zu viel mehr dann halt eben auch nicht. Ich habe an dieser Stelle schon mehrfach ausgeführt: Die Sicherung der Gesundheitsversorgung gerade in ländlichen Regionen ist kein rein quantitatives Problem. Es geht in erster Linie nicht schlicht um schlicht mehr Ärzte:innen – das wäre auch realistisch kaum lösbar – , sondern es geht vor allem um neue Versorgungsmodelle. Neue Formen der Kooperation. Und auch neue Aufgaben für die Kommunen. Gerade in dieser Woche konnte man dazu vielversprechende Medienberichte zur Kenntnis nehmen. Gesundheitszentren aka Polikliniken wie die einzige aus DDR Zeiten erhaltene Poliklinik Poli Reil in Halle werden dabei als beispielgebend beschrieben. Und die Gemeinde Elsteraue im Burgenlandkreis ist gerade dabei ein MVZ zu gründen. So sehen echte Schritte in die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung aus. Ärztinnen und Ärzte über Facharztgrenzen hinweg in kollegialer Zusammenarbeit. Auf Augenhöhe mit den Gesundheits- und Pflegeberufen. Im Schulterschluss aller Professionen wuppen wir die Versorgung und Betreuung der Menschen hier bei uns im Land. Dann werden Gesundheitsfachkräfte zu Hause Vitaldaten erheben und digital an das örtliche Gesundheitszentrum übermitteln. Dort finden dann koordiniert mehrere Arzttermine am selben Tag statt. Die Kommune organisiert den Fahrdienst von Dorf A hin zum Gesundheitszentrum. Im Heimatdorf unterstützt dann ein Gesundheitskiosk die weitere Behandlung und Prävention. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt muss auf NEUE Füße gestellt werden, damit es eine sichere Zukunft ist. Wir GRÜNEN sind da gern und mit guten Ideen dabei. Da können dann Absolventen der Landarztstudiengänge natürlich auch gerne mit machen.
Danke.